Clara Blessing hat sich in den vergangenen Jahren einen hervorragenden Ruf als Spezialistin für historische Instrumente erworben. Ihr Spiel berührt und begeistert Publikum und Presse in den Konzerthäusern und bei Festivals weltweit. Dabei ist die Oboistin in verschiedensten Formationen zu erleben: als Solistin beispielsweise der Oboenkonzerte Johann Sebastian Bachs, kammermusikalisch an der Seite von Künstlern wie Isabelle Faust und Kristian Bezuidenhout und als gern gesehener Gast bei Orchestern wie Concerto Köln, dem Budapest Festival Orchestra und The English Concert. War ihr musikalischer Schwerpunkt anfangs überwiegend das Repertoire von Barock und Klassik, nimmt sie seit einiger Zeit zunehmend auch das spätere 19. Jahrhundert in den Fokus: So war sie in das „Wagner-Lesarten-Projekt“ von Concerto Köln, Dresdner Festspielorchester und Kent Nagano involviert. Zwischenzeitlich konnte sie eine Sammlung originaler romantischer Oboen übernehmen.
Die Begeisterung für die historische Aufführungspraxis entwickelte Clara Blessing während ihres Studiums bei Christian Schneider und Michael Niesemann, das sie mit dem Konzertexamen mit Auszeichnung an der Folkwang Universität der Künste Essen abschloss. Früh machte sie international auf sich aufmerksam, als sie als erste Oboistin ihres Fachs beim Internationalen Telemann-Wettbewerb ausgezeichnet wurde. Prägende Impulse erhielt sie zudem im Academy Scheme des Orchestra of the Age of Enlightenment und im European Union Baroque Orchestra. Förderungen erhielt sie von der Studienstiftung des Deutschen Volkes, der Deutschen Stiftung Musikleben und Yehudi Menuhin „Live Music Now“.
Eine Herzensangelegenheit ist Clara Blessing neben dem Spielen das Unterrichten: Sie lehrt seit sechs Jahren als Professorin an der Würzburger Musikhochschule und gibt Meisterkurse im In- und Ausland. Im Jahr 2021 veröffentlichte sie bei der Edition Walhall „Etüden für Hoboe“, eine Sammlung originaler Übungsstücke für Barockoboe, die sich großer Beliebtheit erfreut.
Zudem wurde Clara Blessing im Oktober 2023 vom Hochschulrat der Würzburger Musikhochschule zur Vizepräsidentin für Künstlerische Praxis gewählt und kürzlich für eine weitere Amtszeit in dieser Funktion bestätigt.